Nach einem langen Dienst sind die Vorräte alle. Er hat schon etwas gegessen, kurz darauf meldet sich der Hunger wieder, und der schnellste Ausweg ist die Bestell-App.
Über die Jahre wurde daraus die Regel statt der Ausnahme. Er kochte sehr wenig, bestellte sehr viel, das Gewicht stieg spürbar, und auch die Blutfettwerte, die früher unauffällig waren, waren nun deutlich zu hoch.
Was er vorher versucht hatte
Einen echten Ernährungsansatz hatte er nicht, aber einen Trainingsplan von einem Fitnesscoach. Der passte von Anfang an nicht in seinen Alltag. Allein das Aufwärmen fraß einen großen Teil der Zeit, die er überhaupt hatte.
Auch Fitnessstudio, Schwimmen und Joggen liefen phasenweise gut, dann verlor er das Interesse und ließ wieder nach. Nichts davon überstand einen anstrengenden Dienstplan.
„Man kann den besten Plan haben, aber man muss ihn noch ausführen, und dann langfristig ausführen.“
Klient aus der Beratung
Warum Kochen und Sport im Dienstalltag nicht funktionierten
Er hätte gern öfter zu Hause vorbereitet, konnte sich aber nicht vorstellen, jeden Tag groß zu kochen. Nach einem Nachtdienst oder einem vollen Tag in der Klinik ist genau das unrealistisch. Das Bestellen gab kurzfristig Entlastung, und deshalb setzte es sich durch.
Es war kein fehlender Wille, sondern der Umgang, der unter Druck am ehesten funktioniert hat. Dass gleichzeitig eine belastende Umbruchphase und der Wechsel in Nacht- und Bereitschaftsdienste zusammenfielen, hat das Muster verfestigt.
Was nach einem Dienst realistisch möglich ist
Das Bestellen wurde nicht als fehlende Disziplin behandelt, sondern als der aktuell bestpassende Umgang, den es zu ersetzen gilt, nicht zu bestrafen. Statt eines aufwendigen Plans ging es um Essen, das er ohne Vorbereitung direkt im Supermarkt bekommt, und um eine Lösung für den Hunger, wenn nach dem Dienst nichts mehr da ist.
Er brachte es selbst auf den Punkt: Der beste Plan nützt nichts, wenn man ihn nicht dauerhaft ausführen kann. Deshalb musste der Weg zu seinem Dienstalltag passen, nicht zu einem Ideal.
Was sich danach verändert hat
Er kam von Mitte 80 auf rund 70 Kilo herunter und hielt sein Gewicht danach über zwei Jahre in einem schmalen Bereich. Erst später kam langsam wieder etwas dazu, wenige Kilo über mehrere Monate.
Er bemerkte es früh und meldete sich von sich aus zurück, um gegenzusteuern, bevor daraus mehr wird. Genau dieses frühe Bemerken ist der Teil, der ein gehaltenes Ergebnis von einem neuen Anlauf unterscheidet.
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- Menschen in belastenden Schicht- oder Bereitschaftsberufen.
- Menschen, die unter Druck bestellen oder essen, um sich kurzfristig besser zu fühlen.
- Menschen, für die aufwendiges Kochen und viel Sport im Alltag unrealistisch sind.


