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Wenn die Angst vor dem einen Abend jede Einladung überschattet

„Ich kann wieder mit Spaß und Freude an gesellschaftlichen Ereignissen teilnehmen, ohne dass ich vorher Angst habe.“

Seit der Jugend beschäftigte ihn das Thema Gewicht, er nahm immer wieder ab und danach mehr zu, bis der Kopf fast nur noch um Diäten kreiste und er soziale Anlässe aus Angst vor Abweichungen mied. Wie er erkannte, dass eigentlich emotionales Essen sein Thema war, und wie er danach etwa zehn Kilo verlor, deutlich weniger Zeit investierte als befürchtet und wieder unbeschwert an gesellschaftlichen Ereignissen teilnehmen konnte.

AnonymisiertDiese Geschichte gibt eine echte Begleitung wieder. Namen und erkennbare Angaben sind verändert, Zahlen gerundet, damit niemand erkennbar ist.

Fröhliche Runde am Esstisch stößt bei Tageslicht mit Gläsern an, bunte Salate und Brot auf dem Tisch.
Fröhliche Runde am Esstisch stößt bei Tageslicht mit Gläsern an, bunte Salate und Brot auf dem Tisch.

Er arbeitet in einem technischen Beruf. Seit der Jugend beschäftigte ihn das Thema Gewicht, er hat alles Mögliche ausprobiert und ist aus jedem Versuch gescheitert herausgegangen, meist mit mehr Gewicht am Ende als zu Beginn. In den letzten Jahren wurde daraus ein Zustand, in dem der Kopf fast nur noch um das Thema Diät kreiste, er sich vieles verbot und soziale Anlässe mied, aus Angst, dort etwas falsch zu machen.

Irgendwann kam die Erkenntnis, dass er das allein wahrscheinlich nicht mehr schafft. Nur wusste er nicht recht, an wen er sich bei der Menge an Angeboten im Internet wenden sollte.

Seit der Jugend im Diätmodus, am Ende immer mehr auf der Waage

Schon seit der Jugend beschäftigte ihn das Thema Gewicht und Diäten. Er hat alles Mögliche ausprobiert, von einer Methode zur nächsten, und ist aus jedem Versuch gescheitert herausgegangen. „Ich habe alles Mögliche schon ausprobiert und bin aus jedem Versuch gescheitert rausgegangen und hatte dann am Ende mehr auf der Waage als zu Beginn.“ Statt näher an sein Ziel zu kommen, wog er nach jeder Diät mehr als vorher.

In den letzten Jahren spitzte sich das zu. Der Kopf war fast nur noch mit dem Thema Diät beschäftigt, und viele soziale Dinge ließ er bleiben, aus einem einzigen Gedanken heraus, ach nein, das darfst du jetzt nicht. Er verbot sich viel, auch Einladungen und gesellschaftliche Anlässe, aus Angst, dort vom Plan abzuweichen. Irgendwann kam die Erkenntnis, dass er das allein wahrscheinlich nicht mehr schafft. Nur wusste er nicht, an wen er sich bei der Menge an Angeboten im Internet wenden sollte.

„Ich habe im Vorfeld immer gedacht, das darfst du jetzt nicht machen, weil dir das alles versaut. Und das habe ich gelernt, dass das nicht so ist.“

Klient aus der Beratung

Die Frage, die ihn ertappt hat

Über ein Interview stieß er auf einen Blickwinkel, den er so noch nicht kannte. Neben der Ernährung rückten die Gefühle und Verhaltensmuster dahinter in den Mittelpunkt.

Eine der ersten Fragen im Austausch traf ihn unerwartet: Kann es sein, dass du deswegen nicht weitermachst, weil du weißt, du wirst wieder scheitern? Er fühlte sich sofort ertappt. Es war ein Gedanke, den er selbst so noch nie gedacht hatte, aber er erkannte sofort, dass er stimmte. Schon vor dem eigentlichen Start hörte er sich viele Erfahrungsberichte und Podcasts an. Dadurch kam ein Prozess in Gang, der ihm nach eigener Aussage bereits etwas brachte, bevor die Begleitung offiziell begonnen hatte.

Emotionales Essen als eigentliches Thema

Schon in den ersten Monaten wurde ihm klar, dass bei ihm die emotionale Schiene, emotionales Essen, ein großes Thema ist. Er hat relativ schnell gemerkt, in welchen Situationen das auftritt, und nach etwa drei Monaten vermied er diese Situationen fast schon unbewusst, statt hinterher gegenzusteuern.

Eine Anekdote zeigt ihm bis heute, wie grundlegend sich etwas bei ihm verändert hat. Er hatte immer das Problem, dass er, wenn er nervös war, an den Nägeln kaute. Irgendwann war das vorbei. „Und das ist irgendwann verschwunden. Das mache ich jetzt schon seit gut vier Monaten nicht mehr.“ Für ihn ist das kein Detail am Rand, sondern ein Beleg dafür, dass sich seine Art, mit Problemen und Gefühlen umzugehen, wirklich verändert hat.

Auch außerhalb des Essens hat sich einiges verschoben. Die Kommunikation mit anderen Menschen fiel ihm leichter, das ständige Grübeln über Situationen, über die er sich geärgert hatte, ließ nach, und die Abende, an denen er wach lag und nachdachte, wurden seltener. Irgendwann stellte sich heraus, dass es bei ihm eigentlich gar nicht so sehr um das Essen selbst ging. Das, was drumherum lag, war das eigentliche Thema, und genau daran hat er gearbeitet.

Zurück im sozialen Leben, ohne Angst vor dem einen Abend

Als wertvollste Veränderung nennt er die Sicherheit, die er heute beim Thema Ernährung hat. Er weiß, dass er abnimmt, wenn er umsetzt, was er sich inzwischen verinnerlicht hat. Genauso wichtig war ihm ein anderes Ziel, das er sich zu Beginn gesetzt hatte, dass sich nicht mehr sein ganzes Leben nur noch um dieses eine Thema dreht.

Er kann wieder mit Spaß und Freude an gesellschaftlichen Ereignissen teilnehmen, ohne vorher Angst zu haben. Früher dachte er im Vorfeld fast immer dasselbe. „Ich habe im Vorfeld immer gedacht, das darfst du jetzt nicht machen, weil dir das alles versaut. Und das habe ich gelernt, dass das nicht so ist.“ Er hat Strategien gelernt, mit solchen Situationen umzugehen, und das Thema ist inzwischen einfach kein Thema mehr, das ihn aus der Bahn wirft.

Auch der Zeitaufwand war anders als befürchtet. „Der Zeitaufwand war für mich geringer, als ich erwartet hatte.“ Die Gespräche liefen flexibel, eine Teilnahme war keine Pflicht, wenn gerade keine Zeit da war. Gerade wer beruflich oder privat stark eingebunden ist, hatte das so nicht erwartet.

An Zahlen hat er innerhalb ungefähr eines halben Jahres etwa zehn Kilo verloren, für seine Verhältnisse eher langsam, weil er schon viele Diäten hinter sich hatte. Dabei hat er sich in dieser Zeit nach eigener Aussage nie eingeschränkt gefühlt. „Ich habe mir nichts verboten und ich habe das Gefühl, dass das jetzt eine nachhaltige Lösung ist.“

Was ihm heute Sicherheit gibt

Wenn er heute etwas Unangenehmes angeht, erlebt er danach häufig einen Aha-Effekt. Er macht sich auch weniger Sorgen um einzelne vermeintliche Fehler. „Einzelne Situationen schaden nicht so nachhaltig, wie man das manchmal denkt.“ Probleme, die er früher wochenlang mit sich herumgetragen hat, spricht er heute eher offen an und löst sie dadurch oft schneller.

Er macht keinen Hehl daraus, dass Veränderung eigene Mitarbeit verlangt. „Du musst schon bereit sein, mitzuarbeiten und auch mal für dich unangenehme Erkenntnisse über dich selbst zu erlangen.“

Auch bei ihm wiederholen sich manche Situationen weiterhin. Der Unterschied ist, dass er inzwischen anders darauf reagiert. Seine Sicherheit kommt nicht daher, dass alles verschwunden ist, sondern daher, dass er weiß, wie er mit den Situationen umgeht, wenn sie wieder auftauchen.

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Für wen diese Geschichte relevant ist

  • Menschen, die Geburtstage, Restaurantbesuche oder andere Einladungen ausschlagen, weil sie Angst haben, dort vom Plan abzuweichen.
  • Menschen, die schon viele Diäten hinter sich haben und danach jedes Mal mehr wogen als zuvor.
  • Menschen, bei denen der Kopf ständig um die nächste Mahlzeit oder die nächste Diät kreist, auch außerhalb konkreter Situationen.

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