Was Gicht und Harnsäure miteinander zu tun haben
Gicht ist eine entzündliche Gelenkerkrankung. Sie entsteht, wenn sich Harnsäurekristalle im Gewebe ablagern. Harnsäure fällt beim Abbau von Purinen an. Purine kommen im Körper und in Lebensmitteln vor. Ob der Harnsäurewert steigt, hängt aber nicht allein vom Essen ab. Veranlagung, Nierenfunktion, Medikamente und weitere Erkrankungen können ebenfalls eine Rolle spielen. Ein schmerzhaftes, gerötetes oder geschwollenes Gelenk sollte untersucht werden, besonders wenn die Beschwerden neu sind.
Die Diagnose stützt sich nicht auf eine Lebensmittelliste. Fachkräfte beurteilen Beschwerden, Harnsäurewerte und weitere Befunde. Bei einem akuten Gichtanfall kann eine Behandlung nötig sein. Auch zwischen den Anfällen kann eine medikamentöse Senkung der Harnsäure sinnvoll sein. Ernährung ist ein Teil des Vorgehens.
Was purinarme Ernährung bei Gicht bedeutet
Purinarm heißt nicht, dass du jedes Lebensmittel mit Purinen streichen musst. Häufig empfohlen wird eine pflanzenbetonte, vollwertige Ernährung, bei der sehr purinreiche tierische Lebensmittel deutlich seltener vorkommen. Dafür musst du weder vegan noch vegetarisch essen. Fleisch und Fisch können in kleineren Mengen dazugehören, Eier und Milchprodukte sind mögliche Eiweißquellen. Innereien, große Mengen Fleisch und Wurst sowie bestimmte Fischarten und Schalentiere stehen eher im Hintergrund. Die konkrete Auswahl sollte zu deinen Befunden, Medikamenten und möglichen weiteren Erkrankungen passen.
Auch Getränke verdienen Aufmerksamkeit. Alkohol, besonders Bier, und stark fruktosehaltige Getränke können ungünstig sein. Wasser ist für viele die einfachste Grundlage. Eine hohe Trinkmenge ist jedoch nicht für jeden geeignet, etwa bei bestimmten Herz- oder Nierenerkrankungen. Halte dich dann an die empfohlene Menge. Wenn eine Gewichtsabnahme sinnvoll ist, sollte sie langsam erfolgen. Strenges Fasten und schnelle Gewichtsverluste können den Harnsäurestoffwechsel belasten.
Konkrete Schritte für deinen Alltag
- Mach Gemüse, Kartoffeln, Vollkornprodukte und andere pflanzliche Lebensmittel zur Grundlage deiner Mahlzeiten, soweit du sie verträgst. Tierische Lebensmittel dürfen weiterhin dazugehören.
- Plane Fleisch und Wurst seltener und in kleineren Portionen ein. Innereien gehören zu den sehr purinreichen Lebensmitteln.
- Besprich Fisch und Meeresfrüchte bei häufigen Anfällen oder hohen Harnsäurewerten mit einer qualifizierten Ernährungstherapie.
- Trink überwiegend Wasser oder ungesüßte Getränke. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen gilt die festgelegte Trinkmenge.
- Mach Alkohol und stark gesüßte Getränke nicht zum festen Bestandteil deines Alltags.
- Vermeide Crashdiäten und längere Fastenphasen, wenn bei dir Gicht oder eine erhöhte Harnsäure festgestellt wurde.
Schau zuerst auf wiederkehrende Stellen wie das Bier am Abend, die große Fleischportion am Wochenende oder das Getränk unterwegs. Der Selbstcheck hilft dir dabei, deinen Unterstützungsbedarf zu prüfen. Wenn Essen bei Stress oder Frust dazukommt, findest du unter emotionales Essen einen passenden nächsten Leseschritt.
Begleitung im Essalltag
Diagnose und medizinische Behandlung übernimmt deine ärztliche Betreuung. essklar begleitet Essgewohnheiten und die praktische Umsetzung im Alltag.